Karate

Geschichte

Karate hat seinen Ursprung in Okinawa. Hier verschmolzen die einheimische Tradition Te mit Einflüssen des Kung Fu aus China zu Tōde oder Okinawa Te. Im durch Unruhen heimgesuchten und über viele Jahre besetzten Okinawa war es der Bevölkerung über Jahrhunderte nicht erlaubt Waffen zu tragen, und somit lebenswichtig in Auseinandersetzungen mit bewaffneten Gegnern möglichst nicht getroffen zu werden und gleichzeitig den Angreifer in kürzester Zeit kampfunfähig zu machen.

Das Abpassen des richtigen Moments und der richtige Einsatz des gesamten Körpers für die Verteidigung gegen einen Angriff waren also überlebenswichtig.

Die Effektivität der Kampfkunst führte dazu, dass Okinawa Te nicht unterrichtet werden durfte. Die Kampftechniken wurden daher in verschiedenen Formen, der Kata, gebündelt und im geheimen weiter gegeben. Die Form alleine stellt jedoch keinen Bezug zur Anwendung her. Dies erfolgt im Training des Bunkai, der Anwendung zur Form, der Kata.

Im Training der Kata wird also Wert auf den richtigen Einsatz des gesamten Körpers gelegt. Das Bunkai trainiert den Einsatz der Techniken im geeigneten Moment.

Die Notwendigkeit der Selbstverteidigung gegen die Willkür der Machthaber führte zur Optimierung des Okinawa Te zu Karate.

karate zeichen

Im 20. Jahrhundert wurde Okinawa zur japanischen Präfektur erklärt und Karate wieder öffentlich. Im Training wurde vermehrt Wert auf die gesundheitlichen Aspekte und die Charakterbildung gelegt, Lehrpläne erstellt und Karate wurde Schulsport in Okinawa. Die Stile Goju Ryu und Shito Ryu entstanden. Funakoshi Gichin brachte Karate nach Japan. Er ist der Gründer des Stils Shotokan. In Japan wurde Karate zunehmend an Schulen, Universitäten und beim Militär zur Entwicklung der körperlichen Fähigkeiten eingesetzt. Karate war somit als nationale Kampfkunst anerkannt. In den 1930er Jahren wurden der Gi und die Graduierungsstufen eingeführt. Nach dem 2. Weltkrieg begann die Verbreitung des Karate auf der ganzen Welt.

Zu den Wurzeln…

Karate heute

Karate bietet heutzutage Raum für vielschichtige Bewegungsangebote. Diese orientieren sich am Alter und den Bedürfnissen der Menschen.

Karate ist eine Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Oberstes Ziel ist jedoch die Vermeidung von Gewalt. Gewaltschutz ist der Selbstverteidigung vorgeschaltet und daher Thema verschiedener Kurse. Karate ist effektive Selbstverteidigung. Dies lernen wir im täglichen Training.

Karate dient der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Durch das Üben lernen wir unsere Fähigkeiten kennen, entwickeln diese weiter und steigern somit unser Selbstvertrauen. Einige Übungsformen erfordern das Trainieren mit einem Partner. Hierdurch lernen wir aufeinander zu zugehen, uns zu respektieren und uns gegenseitig zu unterstützen. Karate fördert dabei im besonderen Maße die Integration und entwickelt unsere sozialen Kompetenzen.

Karate ist gesund. Die richtige Körperhaltung spielt bei der Ausführung der Techniken eine wesentliche Rolle. Wir entwickeln unser Körpergefühl und einen gesunden Halte- und Stützapparat. Da die Bewegungsabläufe zunehmend komplexer werden, fördert es unsere Konzentrationsfähigkeit. Karate hält also Körper und Geist fit. Dies bestätigt auch die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Karate 2003 zum gesundheitsfördernden Sport erklärt.

Karate ist auch Sport. Insbesondere Kinder lieben den sportlichen Vergleich. Wer springt höher, rennt schneller, ist stärker? Kinder entwickeln Motorik und Koordination in erheblichem Maße durch ihren Bewegungsdrang und verstärkt durch den sportlichen Vergleich. Karate als Sport ist eine spannende Herausforderung, die nicht langweilig wird. Sportkarate fordert Jeden, nicht nur Kinder!

Wir legen Wert auf eine solide Grundausbildung. Das Training baut daher auf der Kata auf. Die in der Kata gebündelten Mechanismen zur Verteidigung werden im Bunkai geübt und somit ein tieferes Verständnis für die einzelnen Bewegungen erzeugt. Um den Effekt zu unterstützen werden einzelne Sequenzen extrahiert und im Kihon, also ohne Partner, geübt. Durch Variation und Vergleich mit ähnlichen Sequenzen aus bereits gelernten Kata entwickeln sich einfache Mechanismen für den “Ernstfall”. Das freie Kämpfen wird als Kumite bezeichnet. Mit zunehmender Graduierung werden die einzelnen Bestandteile anspruchsvoller.

Wenn das Verständnis für die Grundlagen entwickelt ist, beginnt die individuelle Weiterentwicklung des Karate, die sich an den gewachsenen Bedürfnissen des Übenden orientiert. Denn Karate ist vielseitig. Das macht sich nicht nur durch die verschiedenen Stilrichtungen bemerkbar, in denen die gründenden Meister ihren individuellen Ansichten Ausdruck verliehen. Selbst innerhalb der Stile gibt es Ausprägungen, die auf den Erkenntnissen der Schulleiter basieren.